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Autor Thema: Neuer AMD Ryzen Zen3 und was man wissen sollte (Stand 17. November 2020)  (Gelesen 204 mal)

Cypheros

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Die neuen Ryzen Prozessoren werden in den Medien hochgelobt, sind aber nach dem offiziellen Verkaufsstart am 05.11.2020 kaum zu bekommen. Auch geht die Presse nicht auf die Hindernisse und Probleme ein, die jemandem bevorstehen, der eine dieser neuen CPUs einsetzen will.

Nach eigenen Erfahrungen, waren die Ryzen 9 (5900 und 5950) am 05.11.2020 in keinem Shop zu kaufen. Angeblich waren die Prozessoren nach wenigen Minuten ausverkauft, ähnlich wie es einige Wochen vorher bei den neuen NVidia-Grafikkarten 3080 und 3090 bei Verkaufsstart passiert ist. Wenige Tage später konnte man die Prozessoren dann für 250 bis 450 Euro über UVP auf Ebay kaufen. Hier sind offenbar Geschäftemacher am Werke, die man nicht unterstützten sollte.

Um einen der begehrten Prozessoren zu bekommen, musste ich ein Programm schreiben, dass die wichtigsten Shops ständig auf Verfügbarkeit prüft und mir dies meldet. Dadurch konnte ich in einem 10 Minuten Zeitfenster bei Mindfactory einen Ryzen 5900x erstehen. Allerding etwa 100,- Euro über UVP.

Hier meine weiteren Erfahrungen. Es scheint kein aktuelles Mainboard zu geben, dass die aktuellen Prozessoren der Familie 5000 unterstützt. Das von mir verwendete Asus Prime X570-Pro war mit der Bios-Version 2407 vom 01.07.2020 ausgestattet, das mit dem Ryzen 5900x nicht starten wollte. Es erschien ein Fenster mit der Möglichkeit das Setup über F2 oder Del zu starten, was aber nicht gelang. Die Tastatur hatte keine Funktion. Das Bios blieb hängen.
Erst nach Austausch der CPU gegen eine Ryzen 3200G konnte das Setup aufgerufen werden, um das Board auf die Beta-Biosversion 2812 upzudaten. Danach kam das Asus Prime X570-Pro auch mit dem Ryzen 5900x klar.

Vermutlich hat das jeder zu erwarten, der aktuell eine AMD 5000er CPUeinsetzen möchte. Es muss also erst eine lauffähige CPU eingebaut werden um das Board-Bios zu aktualisieren. Nur einige wenige 400er und 500er Boards unterstützen aktuell die Ryzen Zen 3 überhaupt.

Wer eine Zen3 CPU nutzen will, kommt also nicht darum herum eine ältere AM4-CPU zu verwenden, um das BIOS zu aktualisieren oder verwendet ein Mainboard, dass eine alternative Update-Möglichkeit bietet. Bei Asus soll das ROG CROSSHAIR VII HERO die Möglichkeit des Bios "Flashback" haben, das angeblich über einen der USB-Ports eine Bios-Updatemöglichkeit bietet, die nur einen präparieten USB-Stick und keine unterstützte CPU benötigt.

Die neue AMD Prozessorgeneration ist also nur was für Leute, die Spaß an Herausforderungen haben.

    Spezifikationen:
  • Hersteller: AMD
  • Architektur: Zen3
  • Codename: Vermeer
  • Anzahl der CPU-Kerne: 12
  • Anzahl von Threads: 24
  • Basistaktrate: 3.7GHz
  • Boosttaktrate: bis zu 4.8GHz
  • L1-Cache: 384KB Daten / 384KB Instruktionen
  • L2-Cache: 6MB
  • L3-Cache: 64MB
  • Technologie: TSMC 7nm FinFET
  • Sockel: AM4
  • PCI Express Version: PCIe 4.0
  • Features: MMX(x), SSE, SSE2, SSE3, SSSE3, SSE4.1, SSE4.2, SSE4A, x86-64, AMD-V, AES, AVX, AVX2, FMA3, SHA
  • Leistungsaufnahme: 105W
  • Max. Temperatur: 90°C

Die neuen CPUs und besonders die Ryzen 5900x sind echt heiß und das in jeder Hinsicht.


Unter Stress geht die CPU-Temperatur schon mal über 80 Grad trotz Gammaxx L120 Wasserkühlung. Hier ist wohl eher eine größer dimensionierte Wasserkühlung mit 2 oder 3 Elementen empfehlenswert. Allerdings muss man natürlich auch berücksichtigen, dass hier 12 Kerne bei der Arbeit sind und zwar unter Volllast.

Benchmarks:


Fortsetzung folgt...
« Letzte Änderung: November 19, 2020, 16:22:32 von Cypheros »

Mam

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Re: Neuer AMD Ryzen Zen3 und was man wissen sollte (Stand 17. November 2020)
« Antwort #1 am: November 17, 2020, 08:07:42 »
ääh, ja, nette Zusammenfassung  ;D
Aber, stammt der Artikel vom vorigen Jahr?

Schon da gab es die BIOS Update Probleme, AMD bietet dazu einen kostenlosen CPU-Leih-Service an (man kriegt ne alte CPU zugeschickt, kann damit updaten und sie anschließend zurücksenden). Allerdings muss man dafür einen Kaufbeleg aus "ordentlicher Quelle" vorweisen können.
Und es ist auch klar, dass alle MoBos, die seit Monaten bei den Herstellern auf Halde liegen, nicht geupdated sein können.

Der BIOS Flashback Knopf einiger MoBos funktioniert einwandfrei, man kann die Kiste sogar OHNE CPU im Sockel damit starten.

Insgesamt ist das Problem geringer, als die Länge des Artikels es erwarten lässt. Man hätte sich ja auch vielleicht vorher damit vertraut machen können. Einige Zeitschriften (nein, nix wo irgendwo "Bild" oder "Gamer" im Titel mitdrinsteht) haben davon ausführlich berichtet und auch die Lösungswege beschrieben.

Und, wie gesagt, das ist alles Schnee von gestern, war bei den 3000ern genauso (und, wenn man etwas nachdenkt, kann man auch selber darauf kommen).

BIOS Versionen vor 1.11.2020 sind nicht 5000er fähig, so einfach ist das. Und wenn der Hersteller kein Update liefert, dann ist das MoBo nicht mehr verwendbar (ausser natürlich, man steckt weiterhin ne "alte" CPU rein).

Das ist übrigens bei Intel CPUs recht ähnlich, allerdings nicht so auffällig. Neue CPUs starten dann in einer Art Kompatibilitätsmodus, nur Basisfeatures stehen zur Verfügung. Manche haben sich stolz irgendeinen neuen Lake gekauft, aber nie das BIOS geupdatet. Sie glauben, sie hätten ganz tolle Features am Start und merken gar nicht, dass die deaktiviert sind. Ist bequemer als "Geht nicht ohne Update", aber gefährlich.

 


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